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Geschäftsstelle Region Ost
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  Winterthur, 9. Juli 2004


Inakzeptable Lösungsvorschläge des Raumentwicklungskonzepts "Relief" für den Flughafen

Mit grosser Besorgnis und Unverständnis hat die Region Ost von den Ergebnissen des Projektes Relief für die zukünftige Raumentwicklung des Flughafens und seiner Region Kenntnis genommen, die heute von den Regierungsrätinnen Dorothée Fierz und Rita Fuhrer der Öffentlichkeit vorgestellt worden sind. Wie zu befürchten war, sollen gemäss diesem Projekt die Anflüge auf den Flughafen Zürich neuerdings auch im Osten konzentriert und zu diesem Zweck die Piste 10/28 im Westen sowie die Piste 14/32 im Norden verlängert werden. Der Süden wird demgegenüber gänzlich von Fluglärm entlastet.

Die Region Ost ist eine Interessengemeinschaft, die sich mittlerweile aus 69 Gemeinden mit rund 350'000 Einwohnern/innen im Osten des Flughafens zusammensetzt. Am 18. Juni haben ihre Mitglieder zuhanden des Regierungsrates eine mehrere Punkte umfassende Charta verabschiedet, in welcher sie sich u.a. gegen eine Konzentration des Fluglärms im Osten und für eine faire Fluglärmverteilung einsetzen. Dementsprechend lehnen die Stadt- und Gemeindebehörden der Region Ost die vorgeschlagene Anflugverlagerung vehement ab, denn sie bedeutet geradezu eine Abkehr von historisch gewachsenen Flugverkehrsregime. Nachdem die Bevölkerung im Osten bis vor wenigen Jahren - ebenso wie der Süden - nahezu gänzlich von Fluglärm verschont war, wurde sie seither am stärksten mit neuem Fluglärm belastet. Die geplante Konzentration der Anfüge im Osten würde die Lebens- und Wohnqualität der betroffenen Bevölkerung in unzumutbarer Weise beeinträchtigen und die Siedlungsentwicklung in weiträumigen Gebieten zum Stillstand bringen.

Weiter ist nicht zu verkennen, dass das Projekt "Relief" mit seinen technokratischen Lösungsvorschlägen im Grunde allein auf einen weiteren Kapazitätsausbau des Flughafens abzielt, ohne auf die Lärmschutzbedürfnisse der betroffenen Bevölkerung Rücksicht zu nehmen. Es werden einseitig die Bewohner/innen im Osten neu mit Fluglärm eingedeckt, unbekümmert darum, dass die gesamte Bevölkerung im Umfeld des Flughafens gleichermassen von der Flughafennähe profitiert und das gleiche Recht auf Lebensqualität hat. Dass der Flughafen wie jedes andere Unternehmen in einem für die Bevölkerung und Umwelt verträglichen Rahmen betrieben werden soll, bleibt ebenfalls völlig unberücksichtigt.

Die Region Ost bekennt sich zum Flughafen mit seiner volkswirtschaftlichen Bedeutung und ist auch bereit, einen Teil seiner Immissionen in Kauf zu nehmen. In diesem Sinn begrüsst die Region Ost auch das Mediationsverfahren als viel versprechender Weg, um die verfahrene Flughafendiskussion auf eine konstruktive Ebene zurückzuführen und eine einvernehmliche Flugverkehrsregelung zu finden. Im Rahmen dieses Einigungsprozesses muss es nun darum gehen, eine von der gesamten Bevölkerung im Umfeld des Flughafens mit getragene Betriebsvariante zu finden. Die heute präsentierten Lösungsvorschläge des Projektes "Relief" tragen diesem Anliegen in keiner Art und Weise Rechnung.